- Alte Synagoge Arnstein

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bisherige Veranstaltungen

Tango Argentina von melancholisch bis leicht beschwingt

20.01.2013

Arnstein (kej). Ihr argentinisches Tango – Programm präsentierte Clementina in der Alten Synagoge in Arnstein, wo das vierte von insgesamt acht Konzerten ihrer „puro tango“ - Tournee stattfand.
Wegen Eisregen und Schneefall blieb etwa die Hälfte der Plätze leer. Der erwartungsvollen Stimmung tat das keinen Abbruch.
Leidenschaft in der Stimme und charmant in der Ausführung – Clementina lebt, was sie singt. Sie importierte an diesem Abend ein Stück Heimat ins winterliche Unterfranken. Mit ihrem Partner Claudio Duverne, einem Könner am Klavier, entführte sie mit ihrer klaren Stimme ins Argentinien der zwanziger und dreißiger Jahre. In dieser Zeit erlebte der argentinische Tango seine Hochphase.
Sowohl Clementina als auch Claudio stammen aus der argentinischen Stadt Rafaela und haben den heimatlichen Tango verinnerlicht. Die Nähe zum Publikum in der Alten Synagoge mit einer guten Akustik tat der Darbietung gut. So sang Clementina von Liebe und Leid, mal melancholisch, dann wieder aufmunternd oder schmachtend. Dass sie den Tango liebt, ist deutlich zu spüren. Schön sind die Erklärungen der Sängerin zu Liedtexten und den verschiedenen Arten des Tango und argentinischer Folklore. Vom sehnsüchtigen Bolero über Chacarera (eine Art Flamenco) bis zum klassischen Milonga – Tango – der Zuschauer erfährt hier den Unterschied anschaulich.
„Ein ganz tolles Programm und gut passend für einen schönen Sonntagabend“ meinten mehrere der etwa 30 Besucher. Mitorganisatorin Heidi Henning vom Förderkreis Alte Synagoge bestätigte, dass man solche Veranstaltungen eventuell öfter in der Alten Synagoge anbieten möchte. Auch ihr hat es gut gefallen. „Wer nicht da war, hat wirklich was verpasst“ sagt sie.
Clementina Culzoni lebt gemeinsam mit ihrem Mann Jörg Heß und Söhnchen Leonardo in Würzburg. Die Chancen stehen also nicht schlecht, sie wieder einmal in der Alten Synagoge singen zu hören.




10.05.2013

Alte Synagoge Arnstein - Gedenken an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933
Würzburger Schauspieler, rezensiert aus dem Buch „Die verbrannten Dichter" vom Hamburger Autor und Journalisten Jürgen Serke.



Arnstein  Mit einer Lesung aus dem Buch „Die verbrannten Dichter" vom Hamburger Autor und Journalisten, Jürgen Serke, erinnerten die Vorsitzenden des Fördervereins „Alten Synagoge Arnstein", vertreten durch ihren ersten Vorsitzenden Roland Metz und der zweiten Vorsitzenden Heidi Henning an die Bücherverbrennung von vor achtzig Jahren.
Roland Metz eröffnete den Abend mit einer Begrüßung der Besucher und bedankte sich bei den bei Taupp-Meisner, Rainer Schwander und Bernhard von der Goltz, dass sie am heutigen Tag auch im kleinen Kreise auftreten. Metz bedauerte, dass nicht mehr als gut ein Dutzend Interessierte zu dieser Veranstaltung kamen, entschuldigte dies jedoch mit dem zeitgleich stattfindenden Bürgerfest und den damit verbundenen Pflichtterminen der Stadtratskollegen. Da die Bücherverbrennung aber nun einmal am zehnten Mai stattfand, wäre ein anderer Termin für diese Lesung absurd gewesen.

Der seit 1933 tätige Würzburger Schauspieler, Produzent mehrerer Theater- und Kabarettproduktionen  sowie Leiter der unterfränkischen Mundarttage, Horst Taupp-Meisner rezensierte an diesem Abend aus dem Buch von Serke.
Musikalisch bekleidet wurde Taupp-Meisner von Rainer Schwander am Sopran-Saxophon und von Bernhard von der Goltz an der Gitarre.
Dem Autor und Journalisten Jürgen Serke sei es zu verdanken, dass die totgeschwiegene Autorengeneration wieder ins öffentliche Bewusstsein rückt. Im Mai 1933 ordnete Adolf Hitler die öffentliche Bücherverbrennung an, bei der eine Vielzahl von bekannten und teils noch unbekannten Schriftsteller-generationen und Autoren aus den Köpfen des Deutschen Volkes gestrichen werden sollten. Als „enttarnte Kunst" fielen am zehnten Mai dreiunddreißig  fast alle Bücher deutschsprachiger Autoren den Flammen zum Opfer. Der Autor Erich Kästner, war am Tag der Bücherverbrennung Zugegen und musste mit ansehen, wie Studenten nicht nur seine, sondern auch die Werke bekannter Kollegen auf den Scheiterhaufen warfen.
Als der wütende Mopp Kästner entdeckte, schrien sie: „da steht er, Kästner war das unheimlich und er hatte Angst um sein Leben" – so zitierte Taupp-Meisner aus dem Buch.
Mit einem dosenden Schlussapplaus bescheinigten die Anwesenden den drei Künstlern ihre hingebungsvolle Darbietung an diesem Abend, Roland Metz bedankte sich ebenfalls für den gelungenen Abend bei den Künstlern und den Gästen des Abends, man freue sich auf ein Wiedersehen bei einer der nächsten Lesungen, deren Termine dem Prospekt zu entnehmen sei.






09.06.2013

Israel Schwierz erklärt jüdische Feiertage
in der „alten Synagoge" in Arnstein
Arnstein  Zu einem Vortrag der besonderen Art, hatte der Förderverein „Alte Synagoge Arnstein" die Bevölkerung am vergangenen Sonntag eingeladen. Stadtrat Josef Grodel eröffnete den Abend mit einer Begrüßungsrede in der er sich bei den anwesenden Bürgern für deren Interesse an diesem Vortrag bedankte, stellte jedoch fest, dass beim letzten Termin vor circa einem halben Jahr zu dieses Thema mehr Zuhörer anwesende gewesen seien.
Das Thema des Abends: jüdische Feiertage, die der aus Israel stammende und in Würzburg lebende Jude, Israel Schwierz in seinem Vortrag vorstellte. Zunächst erzählte Schwierz jedoch das es Ereignisse und Dinge gäbe, die ihm weder in Israel noch in Deutschland gefallen würden. Dies beweise, dass es überall auf der Welt positive und negative Dinge gibt und man diese auch öffentlich zugeben müsse, so Schwierz. Er sei nicht immer mit allem Einverstanden, was hier und da über das jeweilige Land erzählt wird, aber  ändern kann er es eben auch nicht. Schwierz stellte in seiner Rede fest, dass jede Religion sich ihr eigenes Bild von Gott mache und nur das sei dann der wahre und richtige Gott. Weiterhin betonte er „wo steht geschrieben das es unter Juden keine Rassisten gibt".
In seinem Vortrag über die jüdischen Feiertage sagte er „eigentlich ist jede Woche ein jüdischer Feiertag, der Sabbat", auch wenn dieser nicht als Feiertag zählt. So gibt es dennoch für den Sabbat einige Verbote, wie zum Beispiel alle werktäglichen Arbeiten, die dann nicht verrichtet werden dürfen, hierzu zählt auch das Holzsammeln, für das schon Menschen erschossen worden seien. Kerzenanzünden gehöre ebenfalls zu den Dingen, die an einem Sabbat verboten sind, musizieren, Sport treiben und das Kochen fällt ebenso unter dieses Verbot, hingegen sollte man aber die Frau glücklich machen, das ist ein Gebot, so Schwierz.
Die wichtigsten und größten Feiertage im jüdischen Glauben sind die zwei  „hohen Feiertage"  Rosch ha-Schana   - das Neujahrfest und zehn Tage später  Jom Kippur  – der Versöhnungstag". Drei weitere wichtige Feiertage gibt es dann noch, „Pessach, was bei uns mit Ostern zu vergleichen ist, Schawuot – Pfingsten, das in Israel sieben Tage lang gefeiert wird und ein Festtag der dem Erntedankfest ähnelt. Neben diesen Feiertagen gibt es noch einige andere Feste, die bei weitem nicht so gefeiert werden, wie die bereits genannten Tage. Schwierz berichtete auch, dass es im jüdischen Glauben die sogenannten zehn Gebote (aseret ha-dibberot) gibt, übersetzt heißt es „Tafel des Bundes" die nicht dieselbe Reihenfolge haben wie die der Protestanden und Katholiken. Israel Schwierz nannte auch die Brit Mila (die Beschneidung) als Feiertag, dies jedoch ist eine Ansichtssache, die in der Bevölkerung unterschiedle Meinungen hervorrufe und deshalb an diesem Abend nicht zur Diskussion stehen solle.

Nach knapp zwei Stunden des Vortrages bedankte sich der Redner bei seinen Zuhörern mit deren Geduld und verabschiedete sich bei den Anwesenden und den Initiatoren.
Josef Grodel bedankte sich im Gegenzug bei Schwierz mit einem kleinen Präsent und lobte dessen ausführliche Erklärungen zu dem abendlichen Thema.


25.07.2013

Stadt Arnstein bekam Förderpreis für „Alte Synagoge"
Für Erhaltung historischer Bausubstanz fünfundzwanzig-Tausend Euro
von der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken

Arnstein  Bei einem feierlichen Festakt in der „Alten Synagoge Arnstein" wurde den nominierten Preisträgern aus den Landkreisen, Würzburg, Aschaffenburg, Bad Kissingen, Kitzingen, Main-Spessart, der Stadt Würzburg und der Stadt Schweinfurt, vom Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel der Förderpreis überreicht.
Neben einer Urkunde und einer Gedenktafel bekam jeder Preisträger fünfundzwanzigtausend Euro vom Bezirk Unterfranken. In seiner Eröffnungsrede bedankte sich Erwin Dotzel, bei allen Städtevertretern für die Erhaltung und Sanierung historischer Bauten aus den genannten Landkreisen. Der Landrat des Landkreises Main-Spessart, Thomas Schiebel sagte in seiner Begrüßungsrede: „Bund erleben ist mehr als Wald, Wein und Wasser, es sind auch die historischen Bausubstanzen, die man erhalten und sanieren müsse. Schiebel betonte, dass in jedes der restaurierten Gebäude, viel Herzblut von denen mit einfloss, die sich dieser Aufgabe stellten. Er bedankte sich bei allen für ihren Einsatz die zur Erhaltung unserer Baudenkmäler beigetragen haben und somit den nachfolgenden Generationen ein Stück Geschichte bewahre. Arnsteins erste Bürgermeisterin, Frau Linda Plappert-Metz, begrüßte ebenfalls die anwesenden Mitnominierten, sowie die Vertreter von Bund und Landkreis. Plappert-Metz berichtete über die Entstehung und wie es zur Entscheidung kam, dass man sich in Arnstein dafür aussprach, die „Alte Synagoge"  zu restaurieren. Das eigens für diese Projekt ein Förderkreis gegründet wurde und man keinen besseren Vorsitzenden für dieses Amt hätte wählen können, wie den Altbürgermeister Roland Metz, der während seiner Amtszeit das Gebäude zurück gekauft habe, jedoch wollte der damalige Stadtrat einer Sanierung nicht zustimmen. Die Bürgermeisterin habe dann zu Beginn ihrer Tätigkeit als Stadtoberhaupt in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und dem Förderkreis, die Renovierung und Sanierung der ehemaligen Synagoge vorangetrieben. Plappert-Metz sehe es nicht unbedingt als eine Sanierung, eher als eine Erhaltung eines Gebäudes mit historischem Hintergrund. Es wurde ein Haus der Musik, Vorträge und des Lebens, mit Bruchstücken der Erinnerung, so die Bürgermeisterin von Arnstein. Sie bedankte sich für die Förderung durch den Bezirk Unterfranken und meinte: „es tut uns gut", dieser Zuschuss und die Auszeichnung. „Helf dir selber, dann hilft dir Gott", dieser Leitspruch der Bürgermeisterin habe wieder einmal bewiesen, dass man etwas anfangen und durchziehen muss, dann bekommt man auch die erhoffte Unterstützung.
Doktor Otto Lohr, von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, referierte über die einzelnen Projekte, die diesen Förderpreis erhalten haben. Über die Sanierung der ehemaligen Synagoge Arnstein, wusste er folgendes zu Berichten: „Das im klassizistischen Stil erbaute Gebäude stammt aus dem ersten Viertel des 19. Jahrhunderts und wurde mehrmals renoviert, zuletzt 1934. Bereits im April 1938 erwarb ein Nachbar die Synagoge und das angrenzende Schulhaus. Die jüdische Gemeinde in Arnstein hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits aufgelöst. Es folgten die üblichen Nutzungen als Wohn-, Geschäfts- und Lagerhaus bis die Stadt Arnstein verdienstvollerweise das Gebäude 1994 ankaufte, in der Absicht eine kulturelle Begegnungsstätte einzurichten. Zur Durchführung des Projekts und zur Beschaffung der notwendigen Finanzmittel, gründete sich 2005 der Förderverein" Alte Synagoge Arnstein e.V.".
Mit der Aufnahme in die Förderung des LEADER-Programms der EU (frz. Liaison entre actions de développement de l'économie rurale, zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) wurde die Durchführung endlich möglich. Das Sanierungskonzept in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege schloss eine vollständige Rekonstruktion des Gebäudes und der verlorengegangenen Einrichtung aus. Die Beteiligten einigten sich auf die Rekonstruktion und Freilegung des Sternenhimmels im Tonnengewölbe über dem Innenraum und der bedeutenden Wandmalerei an der Ostwand. Andere Bereiche wurden mit ihren Beschädigungen konserviert.
Der ehemalige Männerbetsaal sollte wegen der geplanten multifunktionalen Nutzung weitgehend frei von einer Objektpräsentation bleiben. Nur an der Ostwand werden die im Bodenfundament entdeckten Überreste der zweiflügeligen Gebotstafeln und der Architektur von Toraschrein und Lesepult präsentiert.
Eine Dauerausstellung, auf die zweistöckige Frauenempore verlagert, trägt den Titel „Sichtbares BRUCHstück einer unsichtbaren Vergangenheit" und zeigt Dokumente, Ansichtskarten, Fotografien, Pläne und Archivalien zur Geschichte der Synagoge vom Bau bis zur Auflösung der jüdischen Gemeinde und zur Nutzung des Gebäudes bis in die Gegenwart sowie ausgewählte dingliche Überlieferungen und historische Zeugnisse zum Leben jüdischer Bürger Arnsteins" – (ein Auszug aus der Rede von Dr. Otto Lohr).
Mit ebenso viel Herzblut wie die Beteiligten der Renovierung, haben Elfriede Seufert-Kades und Gerd Semle die Feier mit Musikstücken untermalt, ihr musikalischer Einsatz am Hackbrett und am Akkordeon wurde von den Gästen mit schallendem Applaus belohnt.
Die Laudatio wurde vom Bezirkstagspräsidenten Erwin Dotzel gehalten, in der er auf die Veränderungen in Bayern einging und feststellte, dass sich in den Ballungsräumen die Bevölkerungszahlen erhöhen und in den ländlichen Gegenden die Einwohnerzahlen rückgängig seien, vor allem im Norden und Osten Bayerns sei es so. Die Auswirkungen des demografischen Wandels seien bereits heute stark spürbar, Zeugnisse hierfür seien die vielen Häuser, die leer stehen, vor allem im Ortskern, es ziehe die Bürger in die Neubaugebiete am Ortsrand. Deswegen sehe der Bezirk seine vornehmsten Aufgaben im familienfreundlichen Denkmalschutz. Aus diesem Grund investiere der Bezirk die größte Summe aus dem Kulturetat in erster Linie in die sogenannte kleine Denkmalpflege. Das „klein" beziehe sich natürlich nicht auf die Bedeutung der Maßnahme, sondern auf die Höhe der denkmalpflegerischen Aufwendungen, die zur Zeit bei einer Gesamtsumme von höchstens 40.000 Euro liege, so Dotzel.
„Ein Edelstein im Gesamtkonzept unserer Denkmalpflege ist der - Förderpreis der unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirk Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz -, den wir im Jahr 2002 ins Leben gerufen haben. Mit diesem Preis können wir jedes Jahr herausragende unterfränkische Bauwerke in Unterfranken fördern. Dabei denken wir nicht alleine an den Schutz der weithin berühmten Großdenkmäler wie Schloss Werneck oder Schloss Aschach, sondern auch an die Zeugnisse des früheren Alltagslebens, an alte Wohnhäuser, Bauernhöfe, Industriedenkmäler und dergleichen mehr" - hatte Erwin Dotzel zu berichten.
In diesem Jahr wurden insgesamt 175.000 Euro für Objekte in fünf verschiedenen unterfränkischen Landkreisen sowie in den Städten Schweinfurt und Würzburg vergeben. Jedes Projekt erhält einen Förderpreis von 25.000 Euro zur Erhaltung historischer Bausubstanz. Dotzel meinte weiter: „Mit der Förderung historischer Bausubstanz lässt sich zwar der demografische Wandel nicht aufhalten, aber zumindest lassen sich die Konsequenzen daraus ein wenig abmildern". Der Bezirkstagspräsident ist der Meinung, dass der Erhalt historischer Bausubstanzen auch für sichere Arbeitsplätze sorge, gerade abseits der Ballungsräume. Das Denkmalschutz und Denkmalpflege einen grundlegenden Beitrag zur Bewahrung von kulturellen Vielfalt einer Region beitrage und sie schaffe einen Kristallisationspunkt für innovative Unternehmen und leistungsfähige Arbeitnehmer. Denn in einem gepflegten, attraktiven Umfeld lässt man sich gerne nieder, so Dotzel.
Die Auszeichnung und den Förderpreis nahm für den Landkreis Aschaffenburg Herr Hubert Zang, für den Landkreis Bad Kissingen Herr Markus Fleckenstein, Ute und Hans Metzger aus dem Landkreis Kitzingen, für die Stadt Arnstein Frau Linda Plappert-Metz, für den Landkreis Würzburg die Stadt Röttingen, Herr Hendrick Lindemann für die Stadt Schweinfurt sowie ein Vertreter der Stadt Würzburg für das Projekt Ämtergebäude Karmelitenstraße, entgegen.
„Bayerns Erbe bröckelt", hieß es vor einigen Jahren in einer Reportage des Bayerischen Rundfunks zum Thema Denkmalschutz. Immer mehr Denkmäler gingen verloren, weil das Geld für deren Sanierung fehle und weil die Erfordernisse des modernen Lebens oft wenig Raum für den Erhalt von altem Gemäuer ließen. Besonders in Oberbayern sei in den vergangenen Jahrzehnten viel abgerissen worden, klagte Egon Greipl, der Chef des Landesamtes für Denkmalpflege, in dem Rundfunkbeitrag. Greipl erklärte aber auch: „Bayernweit am besten sieht es in Franken aus !" Hier sei gerade im Bereich der Ortsbilder und der regionaltypischen Baukultur noch sehr viel vorhanden" –  fügte Dotzel seiner Rede an. Er ist der Meinung, dass Unterfranken auf dem richtigen Wege sei, mit wie viel Engagement und mit wie viel Liebe die diesjährigen Preisträger sich wieder der Erhaltung historischer Bausubstanz angenommen haben, damit ist Dotzel nicht bange um das kulturelle Erbe in Unterfranken. Er beendete die Laudatio mit den Worten: „Alte Häuser haben Zukunft – und wir mit ihnen".



22.08.2013

„ABGELEGT" – Ausstellung eröffnet
Genisa Funde aus Unterfranken in der „Alten Synagoge Arnstein"

Arnstein  Genisa-Projekt Veitshöchheim unter Leitung von Kulturreferentin Frau Dr. Martina Edelmann eröffnete am Mittwochabend in der „Alten Synagoge Arnstein" die Ausstellung „Abgelegt". Gezeigt werden ausgewählte Objekte aus den bisher inventarisierten unterfränkischen Genisa-Funden: Tora-Wimpel, Gebetsriemen, Begetsbücher, Geschichten, Warenlisten, Strafarbeiten, private Notizen, Zeitungen, ein Arztrezept und vieles mehr. Das Genisa-Projekt Veitshöchheim hat dazu beigetragen diese „stummen Zeugen" wieder zum Sprechen zu bringen.
Stadträtin Heidi Henning, übernahm an diesem Abend die Eröffnungsrede, sie begrüßte die anwesenden Gäste, sowie die Initiatorin der Ausstellung Frau Dr. Martina Edelmann. Die Genisa-Ausstellung sei wie eine Schatzkammer, betonte die Stadträtin in ihrer Rede. Anschließend erklärte die Kulturreferentin Frau Dr. Edelmann wie es zu der Sammlung von historischem Wert kam. Bei den Sanierungsarbeiten an den unterschiedlichsten, unterfränkischen Synagogen, habe man bei Aufräumarbeiten die vielen „abgelegten" Schriftstücke und Bücher oder Ähnliches in den Dachböden gefunden. Da diese Kulturgüter, seien sie auch noch so zerfallen, nach jüdischen Glauben, nicht einfach so entsorgt werden dürfen, sondern vielmehr auf einem Judenfriedhof begraben werden müssen, hat man in mühsamer Kleinarbeit versucht, die Schriftstücke (teils nur Fetzen von Papier) zu entziffern und in eine Datenbank aufzunehmen. Begonnen habe man mit diesen Arbeiten im Jahre 1994 in Veitshöchheim, nachdem man das heutige Genisa-Projekt gegründet habe.
Bei den Sortierarbeiten habe  Frau Dr. Edelmann zwei weitere Helferinnen an ihrer Seite, Frau Elisabeth Singer und Beate Weinhold aus Veitshöchheim. Gezeigt werden in der Arnsteiner Ausstellung neben den Sachfunden auch Wandtafeln, auf denen die verschiedenen Fundorte aus den unterfränkischen, ländlichen Orten verzeichnet sind. Akribische Auflistungen welche Schriftstücke oder Gegenstände der Zeitgeschichte, aus welcher zu sanierende Synagoge zu Tage geführt und zum Sammelpunkt nach Veitshöchheim verbracht wurden. Nichts von all den gefundenen „Papierschnipseln" werde so einfach entsorgt, sie werden auf zwei Haufen sortiert, der eine mit Stücken auf denen noch etwas zu entziffern ist und der zweite, denen man keine Informationen mehr abgewinnen könne.
Bemerkenswerte Funde in der Ausstellung sind auch Gegenstände des täglichen Lebens, wie Schuhe oder Strümpfe aus der damaligen Zeit. Dass Schriften oder Gebetsbücher nach jüdischem Glauben nicht weggeworfen werden durften ist weitläufig bekannt, weswegen aber Schuhe, Kinderschuhe oder Strümpfe mit den Gebetsbüchern aufgehoben wurden, ist bis heute nicht erklärbar, so Frau Dr. Edelmann in ihrer Ausführung.
Die Ausstellung in der „Alten Synagoge Arnstein" ist bis Mitte September 2013 sonntags von 13. – 17. Uhr für Besucher geöffnet.

 
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